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17. Sp B-J-BL 20.05.2017 Magdeburger FFC bezwingt den Deutschen Meister 3:0

2017 05 20 b-jun mffc-turbineHähnel trifft gegen Ex-Verein, Trainerteam Scheler/Witt verabschiedet sich

Die Kulisse und das Szenario war perfekt: das letzte Heimspiel der Saison im altehrwürdigen Germer-Stadion, der amtierende Deutsche Meister 1.FFC Turbine Potsdam reiste zum Spitzenspiel an, blau-weißer Himmel gepaart mit strahlenden Sonnenschein und die Verabschiedung des langjährigen Bundesligatrainers Steffen Scheler sowie seiner Co-Trainerin Anke Witt rundeten das Spektakel ab.

MFFC-Präsident Karl-Edo Fecht (im Foto links mit Steffen Scheler) nutzte die Kulisse vor dem letzten Heimspiel, um dem erfolgreichen Trainergespann Scheler/Witt sowie Christian Roussiere und seinem Team der "Physiotherapie Roussiere" für ihre ausgezeichnete Arbeit zu danken.

Der Magdeburger FFC startete druckvoll in das Spitzenspiel, agierte mit mehr Ballbesitz und konnte die Potsdamer Konter erfolgreich unterbinden. In der neunten Spielminute zitterte Potsdam das erste Mal, als eine Ecke von Emily Katarina Hähnel bei der Magdeburger Goalgetterin Selina Cerci landete, doch dieser der Ball über den Schuh rutschte. Nur vier Minuten später setzte sich Joy Luan Spiller über rechts gekonnt durch und prüfte mit einem Distanzschuss die Potsdamer Torfrau Marie Heinze.

Im Anschluss erspielte sich das Team von Steffen Scheler und Anke Witt Torchancen im Minutentakt. Erneut war es Spiller, die sich über rechts durchsetzte und straff in den Strafraum flankte, so dass die Torhüterin Heinze den Ball nur klatschen lassen konnte. Diese Gelegenheit zum Führungstreffer ließen sich die Magdeburgerinnen noch entgehen (17.). Nur eine Minute später preschte MFFC-Stürmerin Selina Cerci in einem wahren Sturmlauf Richtung Potsdamer Tor, Heinze konnte wieder gerade noch vor der einschussbereiten Hanna Bach klären und „hielt die Null“. Doch das Glück ist bekanntlich mit den Tüchtigen. In der 19. Spielminute konnte Karla Görlitz einen Freistoß perfekt im 16er platzieren. Sowohl Samantha Kühne und Spielführerin Sarah Sophie Jacobs schnellten zum Kopfball in die Höhe. Die Lorbeeren verdiente sich Kapitänin Jacobs mit einem perfekten Kopfball ins Glück.

Nach gut 20 Minuten tauchten die Potsdamerinnen ein erstes Mal gefährlich im Magdeburger Strafraum auf. Doch Nationalspielerin Corinna Statz schoss das Leder weit am Tor vorbei. Die Elbstädterinnen hatten danach die Gelegenheit zum 2:0 nachzulegen. Hanna Bach konnte im Zentrum freigespielt werden, doch ihr Schuss war noch zu unentschlossen (21.). Auch der nachfolgende Pass von Emily Hähnel in die Tiefe war noch zu optimistisch und fand keinen Abnehmer (24.). Danach gelang es Hähnel, ihrer ehemaligen Potsdamer Teamkollegin Charlott Conrad den Ball abzunehmen und sich weiter auf der Außenbahn durchzusetzen. Dann setzte Hähnel den Ball mit einem starken Linkschuss über Potsdams Torfrau Heinze hinweg unhaltbar ins lange Eck (26.). Was für ein Paukenschlag, der Magdeburger FFC lag 2:0 gegen den amtierenden Deutschen Meister in Führung. Für Hähnel war es ein ganz besonderer Treffer, startete sie doch noch vor zwei Jahren für das Team, dass nun ihr Gegner war.

Doch die Potsdamerinnen sind immer in der Lage, solch einen Rückstand aufzuholen. Die Magdeburgerinnen wollten noch ein weiteres Tor oben drauf packen. Und so hatte Nicole Woldmann, die gerade vom Länderspiel gegen die Niederlande zurück ins Team gekehrt war, die Gelegenheit das Torekonto zu erhöhen. Doch ihr Distanzschuss war für Heinze kein Problem (32.). Der Magdeburger FFC präsentierte sich in der ersten Halbzeit mit einer deutlichen spielerischen Überlegenheit und setzte das taktische Konzept von Trainer Steffen Scheler voll um. Mit der 2-Tore Führung für den MFFC ging es in die Pause.

Zum Beginn der zweiten Halbzeit erspielte sich die zuvor eingewechselte Tabea Alsleben und Hanna Bach eine sehr gute Doppelchance, doch der Abschluss war zu ungenau. In den folgenden Minuten kam der Deutsche Meister besser in die Partie. Coach Sven Weigang hatte in der Kabine wohl ordentlich auf den Tisch gehauen, nachdem er in der ersten Halbzeit bereits mit viel Leidenschaft und Stimme sein Team an der Seitenlinie dirigierte. Der MFFC stand hinten zu tief drin und lies dadurch Potsdam mehr ins Spiel kommen. Das Weigang-Team hatte nun mehr Spielanteile (50.). In dieser druckvollen Phase der Gäste gelang Magdeburg das wichtige dritte Tor. Nach glänzender Vorarbeit von Hähnel platzierte Torjägerin Selina Cerci das Leder erfolgreich im Potsdamer Gehäuse (64.). Der Jubel der Zuschauer und des Scheler-Teams kannte keine Grenzen.

In der 66. Spielminute hatten die Gäste die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Die für Potsdam spielende Magdeburgerin Lea Nitschke blieb jedoch erfolglos (66.). Als kurz darauf die Magdeburgerinnen im Strafraum der Weigang-Elf auftauchten und eine Feldspielerin den Ball mit der Hand blockte, verweigerte die bis dahin sehr sparsam pfeifende Schiedsrichterin Annett Unterbeck den fälligen Handelfmeter (67.). Den Schlusspunkt unter die ereignisreiche Bundesligapartie setzte Nicole Woldmann, die mit ihrem Distanzschuss scheiterte (74.). Mit dem Schlusspfiff hatte sich das Team von Steffen Scheler und Anke Witt in einer überzeugenden Leistung im letzten Heimspiel präsentiert, die Partie über weite Strecken dominiert und den anwesenden Zuschauern eine glänzenden Galavorstellung geboten.

So resümiert auch Coach Scheler diese Bundesligapartie. "Ich denke, wir haben eine starke Mannschaftsleistung gezeigt, in der wir das Spiel bis auf die Anfangsphase der 2. HZ komplett kontrolliert haben. Sicherlich ging es für Potsdam um nichts mehr und sie haben einige Spielerinnen geschont, aber das kann und soll unsere Leistung nicht schmälern. Insgesamt ein schöner Abschluss vor heimischer Kulisse. Jetzt heißt es zum Abschluss kommenden Sonntag nochmal alle Kräfte bündeln, um die Saison bestmöglich zu beenden."

Die Mannschaft hätte dem scheidenden Trainerduo Steffen Scheler und Anke Witt wohl keinen besseren Abschied bereiten können, als den amtierenden Deutschen Meister, der ohne das Erfolgsduo Lea Bahnemann und Marie Höbinger anreiste, mit 3:0 Toren zu bezwingen. Im Anschluss hatten die Mädels und ihre Eltern eine tolle Abschiedspartie im Germer-Stadion organisiert. Auch wenn bei Coach Scheler keine Tränen flossen, so war er sichtbar nah dran.

MFFC: Mitschke - Wendt, Räcke, Jacobs, Görlitz - Kühne, Woldmann - Spiller (41. Alsleben), Bach (68. Heizenreder), Hähnel (77. Volkmann) - Cerci (72. Güldenpfennig)

Am kommenden letzten Spieltag reist das Team des Magdeburger FFC in die Bundeshauptstadt Berlin und trifft dort auf den Gastgeber Hertha 03 Zehlendorf. Der Anstoß erfolgt 14 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des Ernst-Reuter-Sportfeldes (KR6).