Login
           

plantan

tm group

clasop clasop toepel mdcc
facebook_page_plugin

Almuth Schult - Auf dem Weg nach oben

 

schult_illu062011Almuth Schult ist die einzige Spielerin im deutschen WM-Kader, die in der 2. Bundesliga spielt. In der neuen Saison wird sich dies aber ändern. Das erzählte die 20-Jährige, als SUPERillu sie in ihrer Heimatstadt Dannenberg besucht.

Artikel von Cäcilia Fischer
Foto: Bergemann

Almuth, wie bist du zum Fußball gekommen?
Durch meinen Bruder Hartwig. Der ist 32, Industriekaufmann und spielte damals beim FC SG Gartow. Ich bin durch ihn 1996, also mit fünf Jahren in seinen Verein gekommen, und bis 2007 geblieben. Ich habe immer mit den Jungs gespielt, auch wenn es eine Frauenmannschaft gab. Ich habe auch Luftgewehr geschossen und war im Schützenverein. Genau wie meine Geschwister.

Wie viele hast du denn?
Drei. Hartwig, dann Hauke, 25 und Mathestudent in Göttingen sowie Annika, 27, die im Futtermittelvertrieb hier im Ort arbeitet.

Was haben deine Eltern zum Fußball gesagt?
Mein Vater (Carsten, 54, Bauer) und meine Mutter (Uta, 54, arbeitet in der Kreisverwaltung) haben mir immer die Freiheit gelassen, selbst zu entscheiden, was ich machen will. Ich habe Fußball gespielt, Tischtennis, Badminton, bin geskatet... Das finden doch alle Eltern besser als Fernsehen, oder?

Reist deine Familie zu den WM-Spielen mit?
Zu einigen vielleicht. Mal schauen.

Mit fünf hast du angefangen, Fußball zu spielen. Wie ging´s weiter?
Bis zu meinem siebten Lebensjahr war ich im Verein Abschlussspielerin, dann wurde ich Torhüterin. Das ich das weiter bleiben werde, stand mit 13 für mich fest. Mit 16 bin ich bei meinen Eltern ausgezogen und zum Hamburger SV. Dann ging's nach Magdeburg und ab 1. Juli spiele ich in der ersten Liga für Köln. Da wage ich dann auch einen Neustart in meinem Studienfach Sport.

Wieso Neustart?
Ich habe zwei Semester Sport in Magdeburg studiert, mache gerade ein Urlaubssemester. Aber ich will weiter studieren. Da bin ich ehrgeizig.

Was sind sonst noch deine Stärken?
Flexibilität, das heißt, ich kann den Libero ersetzen, anspielen, beherrsche eine gute Fußtechnik und habe ein gutes Auge für Spieleinsätze.

Und deine Schwächen?
Das sind das Flankenabfangen und die Abschläge.

Hast du ein Lebensmotto oder eines für die WM?
Mir gefällt „Mit dem Kopf durch die Wand ist manchmal besser als eine halbe Stunde die Tür zu suchen“. Ich kann nämlich sehr stur und direkt sein.

Hast du einen Glücksbringer?
Nein, das Glück muss von alleine kommen (lacht).

Was hältst du von den Klischees, die es zum Thema Frauenfußball gibt?
Wenn jemand den Sport nicht mag, wird er ihn immer belächeln. Ich finde es nur dumm, dass man uns Frauen generell nichts zutraut. Es gibt doch auch Frauenboxen! Aber ich gebe zu, dass wir uns nicht mit den Männern beim Fußball messen können. Schon allein körperlich gibt es da Unterschiede. Aber Frauenfußball wird immer ansehnlicher.

Interessierst du dich für Mode?
Ja, aber nach meinen eigenen Regeln. Generell mag ich Röcke und Bootcuts sehr gern. High Heels mag ich nicht. Darin zu laufen ist anstrengend. Dann schon lieber flache Schuhe.

Schminkst du dich für die Spiele?
Nein, Schminke während des Spiels, das geht gar nicht. Ich will ja niemanden auf dem Platz kennenlernen. Privat habe ich nichts dagegen.

Gibt es einen Freund, dem das gefallen könnte?
Im Moment bin ich Single. Eine Fernbeziehung kommt für mich nicht in Frage, das finde ich nervig.

Gibt es Freundschaften unter den Spielerinnen?
Ja klar, mit Christine Gäsert bin ich z.B. befreundet. Man kann natürlich nicht mit jedem gleich gut, aber das muss auch nicht sein.

Hast du ein Vorbild im Fußball?
Nein. Obwohl... Zidane und Neuner finde ich gut. Gerade letzterer macht Abschläge so weit wie ich schießen kann.

Wer sind eure stärksten WM-Gegner?
Die USA, Nordkorea und Japan. Letztere ist mein Geheimtipp, nachdem ich diese quirlige Gruppe kennen gelernt habe. Fakt ist: Die Spitze rückt immer näher zusammen.

Deine Prognose für die WM?
Wir gewinnen, ganz klar.

Welche Hobbys hast du?
Freunde treffen, ins Kino gehen, schwimmen und Tennis spielen.

Wie sieht´s mit Urlaub aus?
Da hatte ich lange keinen mehr. Und davor war ich immer in Deutschland unterwegs, in Wismar, im Spreewald und am Bodensee. Skiurlaub mag ich auch.

Welche Musik hörst du?
Eigentlich alles. Da bin ich nicht festgelegt.

Was isst du am liebsten?
Mitternachtssuppe. Das ist eine Art Soljanka, die meine Mutter immer macht. Super lecker! Oder Rostbratwurst mit Sauerkraut und Kartoffelbrei oder mein eigenes Chili con Carne.

Wie finanzierst du eigentlich dein Studium?
Durch meine Eltern. Sonst ginge das auch nicht mit dem Sport. Das ist im Vergleich zum Männerfußball schon ungerecht. Ich müsste nebenbei arbeiten, denn am Wochenende sind ja immer Spiele.

Wenn Deutschland gewinnt, gibt es für jede Spielerin wohl 70.000 Euro Prämie. Hast du schon drüber nachgedacht, was du damit machst?
Das wäre brutto, aber davon würde ich mir ein Haus kaufen. Ich möchte ja mal drei Kinder...

Was sind außerdem deine Zukunftspläne?
Ich möchte in den Verbandssport einsteigen oder in den Sportjournalismus. Und ich würde gern zurück in meine Heimat.

Quelle : www.superillu.de